Erweiterungsantrag

Am 6. Dezember 1996 nahm die UNESCO die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg in das Kulturerbe der Menschheit auf. Gewürdigt wurde damit die welthistorische Bedeutung von Leben und Werk des Reformators Martin Luther.

In der Reformationsforschung wird allerdings immer stärker betont, dass die Reformation nicht allein Luthers Werk gewesen ist. Die zahlreichen Mitstreiter Luthers wie auch die vielfältigen eigenständigen reformatorischen Ansätze erfahren größere Beachtung. Reformation, so kann man den Diskussionsstand zusammenfassen, ist mehr als Luther.

Zugleich bleibt unbestritten, dass die Reformation als welthistorisches Ereignis in Mitteldeutschland ihren Anfang nahm und dass sie untrennbar mit dem Wirken Martin Luthers verbunden ist. Unser Anliegen ist, die Reformation in ihrer Breite zu würdigen und zugleich das Andenken an Martin Luther als die Zentralperson und an Mitteldeutschland als das Kernland der Reformation zu bewahren.

Aus diesem Anliegen entstand der Wunsch, die Liste der mitteldeutschen Luther- und Reformationsstätten als UNESCO-Weltkulturerbe zu vervollständigen. Daher wurde zum 1. Februar 2016 ein Erweiterungsantrag beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris eingereicht, der neben den bisherigen sechs Lutherstätten zwölf neue umfasst. Dieser Antrag enthält die zentralen Lebensstationen Martin Luthers ebenso wie die wichtigsten Ideen- und Ereignisorte der Reformation. Eine Entscheidung seitens der UNESCO wird für 2017 erwartet. Die Vernetzung der Lutherstätten in Mitteldeutschland wird dazu beitragen, die Erinnerung an die Reformation und ihre bleibende Wirkung im kulturellen Gedächtnis weltweit zu bewahren.